10 kreative Vorsätze für das neue Jahr

Lesezeit: 3 Minuten

Gute Vorsätze für das neue Jahr

Das neue Jahr bricht an und fast jeder Mensch hat gute Vorsätze. Laut Umfragen sind es auch immer die gleichen. Zu den Top Ten Vorsätzen für das Jahr 2019 gehören laut Umfrage “weniger Stress”, “mehr Zeit für Freunde und Familie”, “mehr Bewegung”, “weniger Alkohol, weniger essen”, “sparsamer sein” usw., usw..

Ich habe mir überlegt, welche guten Vorsätze ich für meine Arbeit habe und auch garantiert umsetzen kann.

10 gute Vorsätze für Fotografen und andere Kreative

#1 Anfangen

10 gute Vorsätze für das neue Jahr: Anfangen!

Es muss nicht immer gleich ein Kunstwerk sein. Was auch immer du tun willst, fang damit an! Selbst, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, lernt man immer etwas dazu.

Hüte dich aber davor, zuviel gleichzeitig anzufangen. Da verzettelt man sich leicht und letztlich ist es besser seinen Fokus auf eine Sache zu legen.

#2 Inspiration

Besuch einer Ausstellung

Wie wäre es mit dem Besuch einer Kunstausstellung mit alten Gemälden oder einem Besuch im Museum? Man lernt viel von den alten Meistern und die Malerei und die Fotografie haben sich von jeher immer gegenseitig beeinflusst.

Inspirierend kann auch Musik oder ein guter Film sein. Im Internet findet man außerdem zahlreiche Künstler-Dokumentationen und Tutorials, die bei der Ideenfindung weiterhelfen.

Lese Fachbücher zu den Themen, die dich interessieren. Schaue dir Kunstbände und die Arbeiten anderer Fotografen und Künstler an.

#3 Projektarbeit

Projektarbeit "Magic Forest"

Projektarbeit ist spannend und erfordert Disziplin. Ob Jahres-, Wochen- oder Tagesprojekte: die regelmäßigen Termine erfordern Konzentration und Durchhaltevermögen. Ich selbst habe gemeinsam mit anderen Künstlern 1 1/2 Jahre an dem Projekt “Magic Forest” gearbeitet und auch viele andere Projekte wie “101 Germeringer” oder meine Filme enstanden über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr.

Täglich ein Foto zu machen kann auch ein Jahresprojekt sein. Für Monats- oder Wochenprojekte bieten sich bestimmte Themen an. Spannend sind auch Wiederholungen des gleichen Motivs.

#4 Themen finden

Fotosafari in der eigenen Wohnung: Abstraktion

Es gibt unendlich viele Themen und Möglichkeiten. Wenn ich eine Idee habe – egal, welche – notiere ich diese und lege sie in meiner Rollkartei ab. Es kommen ständig neue dazu. Dabei nehme ich mir eine Regel zu Herzen: Biegen, Brechen, Mischen!

Hier ein paar Anregungen:
Biegen: Motiv immer anders darstellen, Grösse, Farbe, Form, Material, Zeit, Sprache, Geschwindigkeit verändern.
Brechen: Aus Bruchstücken etwas Neues erschaffen. Zerstückelung, Schnitt, Pixelung, Abstraktion, Collagen.
Mischen: Verschiedenen Motive und Techniken kombinieren.

Als Grundlage für Ideen: Schatten, Kontraste, Licht, Formen, Analog, Abstraktion, Natur, Spiegelbilder, Lightpainting und vieles andere mehr. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

#5 Richtig sehen

Fotografieren ist für mich wie Meditation

Fotografieren ist für mich wie Meditation. Ich beobachte, ich betrachte und erst dann drücke ich den Auslöser. Nimm dir Zeit und beobachte deine Umgebung ganz genau. Nur mit Ruhe und Achtsamkeit entstehen die wirklich guten Fotos.

Fotografie ist die Konzentration auf den Augenblick, auf das Gegenwärtige, auf den Moment. Sie lässt dich den Moment, den Augenblick stärker erleben und wahrnehmen. Fotografieren in Achtsamkeit ist nicht nur Entschleunigung im Alltag, sondern vor allem eine Schule des Sehens.

#6 Experimentieren

Wer sich weiter entwickeln möchte, muss experimentieren. Vielleicht gehört etwas Mut dazu, mal neue Wege zu erforschen oder auch nur eine andere Richtung einzuschlagen.

Nach 30 Jahren Bildjournalismus habe ich genau das getan und frage mich heute, warum ich nicht früher damit angefangen habe. Das Experimentieren hilft dabei, mehr über seine eigenen Stärken und Schwerpunkte herauszufinden. Und du wirst vielleicht überrascht sein, was dabei herauskommt.

Hätte mir vor einigen Jahren noch jemand gesagt, ich würde einmal Landschaftsfotografie machen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Und das ich wieder mit einer Polaroid fotografiere und experimenterie, wäre mir auch im Traum nicht eingefallen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Experimentieren ist der Umgang mit Fehlschlägen. Denn gerade beim Ausprobieren neuer Techniken oder Methoden kann viel schief gehen. Aber eben aus diesen Fehlern lernt man auch.

In jedem Fall erweitert das Experimentieren den Horizont. Belohnt wird man nicht nur mit Freude an der Sache, sondern oft auch mit frischen, kreativen Ideen.

#7 Reduktion auf das Wesentliche

Weniger ist mehr. Es lohnt sich, dem Equipment weniger Aufmerksamkeit zu schenken und sich auf die Kreativität zu konzentrieren. Die Technik ist ohnehin nicht das Entscheidende für ein gutes Bild. Und Not macht bekanntlich erfinderisch!

#8 Austausch mit anderen Kreativen

Austausch mit anderen Künstlern

Der Austausch mit anderen Fotografen und Künstlern ist eine große Bereicherung für die eigene Arbeit. Der objektive Blick anderer Menschen auf deine Arbeit kann völlig neue Aspekte hervorbringen. Auch kritische Anmerkungen sollte man ernst nehmen und darüber nachdenken. In der Diskussion mit anderen enstehen oft Ideen, vielleicht sogar gemeinsame Projekte.

#9 Zeig deine Arbeit!

Das Internet und die sozialen Netzwerke bieten eine wunderbare Plattform, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Viele Künstler haben Angst davor, ihre Idee könnte geklaut werden. Aber Klauen ist erlaubt – wir alle tun es. Hier empfehle ich die Lektüre “Alles nur geklaut” von Austin Kleon.

Teile dein Wissen und deine Arbeiten mit anderen. Das Internet und die sozialen Netzwerke bieten eine wunderbare Plattform, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

#10 Ordnung schaffen

Datensicherung

Wer hunderte oder gar tausende Bilder auf seinem PC speichert, sollte sich ein Ordnungssystem zulegen. Ich selbst lege dafür unterschiedliche Themenordner an. Grundsätzlich lösche ich alle misslungenen Bilder nach einem Zeitraum von etwa 3 Monaten.

Die digitale Verwaltung von Fotos oder auch Zeichnungen, Texten und vielem mehr ist auch immer mit der Angst vor Datenverlust verbunden. Deswegen empfehle ich euch ein System zur sicheren Ablage einzuführen und dieses auch regelmäßig auf einer zusätzlichen externen Festplatte zu sichern. Für größere Datenmengen bietet sich auch das Sichern in der Cloud an (Dropbox, Google Drive etc.).

Nun wünsche ich euch ein guten, ideenreichen und kreativen Start ins neue Jahr!

4 Kommentare

  1. Liebe Vera,

    tolle Tipps und Empfehlungen für das neue Jahr. Ich finde es sehr gut, dass du die Erwartungshaltung für Vorsätze realistisch aufzeigst. Weniger ist auch hier mehr. Guten Rutsch ins neue Jahr.

    1. Lieber Lutz, auch du gehörst zu den Künstlern, mit denen ich mich immer wieder gerne austausche. Mir gefällt, dass du immer offen für Neues bist und denkst: Weniger ist mehr.
      Auch dir einen guten Start ins neue Jahr!

  2. Liebe Vera
    Du bist einfach großartig, deine Ideen sind eine Bereicherung.
    Ich bin keine Fotografin, aber deine Tipps kann ich auch für meine privaten Fotos gut brauchen. Und nicht nur für Fotos, sondern auch für vieles andere.
    Ich wünsche dir und Klaus einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg weiterhin. Liebe Grüße, Otti

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