Achtsamkeit und Fotografie

Achtsamkeit lernen in der Haiku-Fotografie

Achtsamkeit beim Workshop Haiku-Fotografie

Neun Teilnehmer kamen zu meinem ersten Workshop „Haiku-Fotografie“. Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns am Parkplatz am Germeringer See. Nach einer kurzen Aufklärung über die traditionelle, japanische Gedichtsform „Haiku“, das ästhetische Konzept der Wahrnehmung von Schönheit (Wabi-Sabi) sowie den Geist des Zen, machten wir uns auf den Weg in den Germeringer Forst.

Der Geist des Zen ist der Geist des Augenblicks. Es gilt mit eigenen Augen zu sehen, was vor deinen Augen liegt. In der Haiku-Fotografie geht es um das flüchtige, unperfekte Bild, das nichts anderes will, als den Betrachter direkt ansprechen. Ein Haiku ist unkompilizert, klar und reduziert auf das Wesentliche.

Zahlreiche Motive

Workshop Haiku-Fotografie

Während unseres dreistündigen Spaziergangs lernten die Kursteilnehmer zunächst einmal, sich achtsam zu bewegen und mit ihren Augen aufmerksam die Details ihrer Umgebung zu erfassen. Sie lernten schnell. Schon nach kurzer Zeit wurden die Schritte langsamer, die Augen waren auf den Wegesrand und auf den Boden gerichtet. Manche trauten sich auch schon, abseits der Wege ins Unterholz zu gehen. Motive gab es für die Fotograf*innen genug: verschlungene Äste, Baumrinde, zarte Blüten oder ein kleines Schneckenhäuschen in der Erde. All die kleinen Dinge, die bei einem „normalen“ Spaziergang meist übersehen und nicht beachtet werden.

Die technische Ausrüstung der Teilnehmer war sehr unterschiedlich. Angefangen vom Smartphone bis hin zur hochwertigen Spiegelreflexkamera waren alle Kameramodelle vertreten. Wie viele Hobbyfotografen, musste sich auch diese Gruppe zum Teil erst einmal mit den Möglichkeiten ihrer Kamera vertraut machen, zumal die wirklich guten Bilder nur dann entstehen, wenn man im manuellen Modus arbeitet. Da gab es einiges zu lernen, aber alle waren interessiert und konzentriert bei der Sache.

Der alte Teich

Achtsamkeit beim Workshop Haiku-Fotografie

Am Ende unserer kleinen Exkursion führte ich die Gruppe noch zum Biotop am Germeringer See, wo sich gerade viele Frösche angesiedelt hatten. Nur 100 Meter entfernt konnten wir noch kurz ein Reh beim Grasen beobachten, bevor es im Dickicht verschwand. Leise und behutsam schlichen wir den Pfad am Ufer entlang, um die Tiere nicht aufzuschrecken. Dennoch flüchteten zahlreiche Frösche vom Schilf ins Wasser und uns kam sofort das berühmteste Haiku-Gedicht von Matsuo Bashō in den Sinn:

Der alte Teich.
Ein Frosch springt hinein –
das Geräusch des Wassers.

Jeder für sich, konnte nun noch Fotos machen und den stillen Ort genießen. Und auf dem Rückweg konnte man sehen, dass die Teilnehmer die wichtigste Lektion in der Haiku-Fotografie bereits gelernt hatten: Achtsamkeit.

Zu einem wirklich guten Haiku ist der Weg aber noch weit. Auch für mich. Im Oktober werden wir unseren Workshop zum Thema „Haiku-Fotografie“ fortsetzen und auch für Einsteiger wird es noch einmal einen Workshop geben.

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