Digitale Kamerasysteme

Lesezeit: 4 Minuten

Welche Kamera soll ich kaufen?

Immer wieder werde ich gefragt “Welche Kamera soll ich kaufen?”. Ich kann diese Frage unmöglich beantworten, denn es gibt nicht nur unterschiedliche Kamerasysteme, sondern auch hunderte Modelle innerhalb dieser Systeme. Um euch eine kleine Hilfe bei der Wahl der richtigen Kamera zu geben, stelle ich euch die drei unterschiedlichen Kamerasysteme mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Kompaktkamera

Kamerasysteme: Kompaktkamera
Kompaktkamera: Panasonic Lumix LX100 II

Eine Kompaktkamera ist ein kleiner und vergleichsweise leichter Fotoapparat. Kompaktkameras weisen meist einen geringeren Funktionsumfang als System- und Bridgekameras auf. Sie haben aufgrund der einfachen Komponenten eine schlechtere Bildqualität, sind jedoch auch erheblich preiswerter. Typische Eigenschaften für Kameras dieser Klasse sind auch die Vollautomatik und verschiedene Motivprogramme.

Es gibt aber auch einige hochwertige digitale Kompaktkameras, deren Objektive mit Hilfe renommierter Firmen wie Zeiss, Schneider oder Leitz entwickelt wurden und die auch im oberen Preissegment angesiedelt sind. Die Modelle bestechen durch sehr hochwertige, lichtstarke Markenobjektive, die mit kleineren Brennweitenbereichen ausgestattet sind, um eine besonders hohe Bildqualität zu ermöglichen.

Hochwertige Kompaktkameras (Edelkompakte) verfügen auch über manuelle Einstellungsmöglichkeiten und liefern trotz kleinem Sensor noch gute Ergebnisse im Low-ISO-Bereich.

Vorteile:

  • Leichte, kompakte Bauweise
  • Einfache Bedienung
  • Viele Motiv-Programme
  • Preiswert

Nachteile:

  • Geringe Abbildungsqualität aufgrund kleinerer Sensoren
  • Kleiner Brennweitenbereich
  • Oft kein Sucher, nur Monitor
  • Hoher Stromverbrauch

Die digitale Kompaktkamera ist mehr für Schnappschüsse geeignet. Wer aber etwas tiefer in den Geldbeutel greift, ist mit einer “Edelkompakten” sehr gut bedient. Ich selbst habe auch eine Panasonic Lumix, allerdings schon ein etwas älteres Modell.

Von den billigen Modellen würde ich abraten, da die Qualität einfach zu schlecht ist. Bessere Ergebnisse kann man in diesem Fall mit einem Smartphone erzielen.

Ungefähre Preisklasse: 100 bis 1000 Euro (Edelkompakte)
Testberichte und Preise für Kompaktkameras auf testberichte.de.

 

Bridgekamera

Kamerasysteme: Bridgekamera
Bridgekamera: Sony Cyber-shot DSC-RX10 IV

Als Bridgekamera wird eine Kamera bezeichnet, die Eigenschaften von Spiegelreflexkameras und Kompaktkameras vereint, also in Bezug auf Ausstattungs-, Qualitäts- und Funktionsmerkmale eine Brücke zwischen beiden Konstruktionsprinzipien schlägt.

Bridgekameras sind Spiegelreflexkameras mit fest eingebautem Objektiv und verfügen über einen eingebauten elektronischen Sucher. Dieser ist im Gegensatz zum außerdem vorhandenen Monitor an der Kamerarückwand auch bei starkem Umgebungslicht gut einsehbar. Er zeigt ähnlich wie bei Spiegelreflexkameras genau den Bildausschnitt, der auch aufgenommen wird. Manuelles Fokussieren ist jedoch wegen der vergleichsweise geringen Auflösung dieser Sucher schwierig und bei schlechten Lichtverhältnissen erzeugen diese Sucher ein körniges, verrauschtes Bild. Auch kann es bei schnellen Bewegungen zu Schlieren oder ruckeliger Darstellung kommen.

Vorteile:

  • Lichtstarke Objektive mit sehr großem Brennweitenbereich
  • Kompakte Bauweise mit geringem Gewicht
  • Viele Programm-Modi, aber auch manuelle Einstellungsmöglichkeiten
  • Automatische Korrektur von Abbildungsfehlern des Objektivs
  • Filmaufnahmen möglich
  • Schwenkbarer Monitor
  • Fast geräuschlose Aufnahmen
  • Bildstabilisierung
  • Es kann kein Streulicht durch den Sucher auf den Belichtungssensor gelangen, kleinerer Abbildungsmaßstab

Nachteile:

  • Brennweitenbereich durch das eingebaute Zoomobjektiv eingeschränkt
  • Einschränkungen in der Makrofotografie
  • Oft fehlt ein Filtergewinde
  • Meistens kleiner Bildsensor: führt z.B. zu Bildrauschen bei hoher ISO-Zahl
  • Hoher Stromverbrauch
  • Erschwerte manuelle Fokussierung

Ungefähre Preisklasse: 250 bis 1700 Euro (Spitzenmodelle)

Testberichte und Preise zu Bridgekameras auf testberichte.de.

Spiegellose Systemkamera

 

Spitzenmodell unter den Systemkameras: Sony A7R III
Spitzenmodell unter den Systemkameras: Sony A7R III

Eine Systemkamera ist ein Fotoapparat mit austauschbaren Komponenten innerhalb eines voll kompatiblen Kamerasystems.

Eine Systemkamera besteht in der Regel aus einem Kameragehäuse, das mit einem Wechselobjektiv versehen ist. An der Rückwand des Kameragehäuses befindet sich der fotografische Film oder ein Bildsensor. Ferner ist das Gehäuse mit mindestens einem Sucher in Form einer Mattscheibe, eines Durchsichtsuchers, eines elektronischen Suchers oder eines Displays versehen – in manchen Systemen auswechselbar oder auch in Kombination verwendbar. Außerdem sind Messeinrichtungen und Hilfsmittel für die Belichtung und die Bildschärfe enthalten.

Der Begriff Systemkamera wird gelegentlich für kompakte, spiegellose System-Digitalkameras (DSLM) in Abgrenzung zu digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) benutzt, obwohl Spiegelreflexkameras auch zu den Systemkameras gehören.

Digitale Systemkameras nutzen unabhängig vom Funktionsprinzip des Suchers Sensoren in unterschiedlichen Größen. Die kleinsten Sensoren entsprechen denen von Kompaktkameras. Die meisten Sensoren haben die Größe eines Four-Thirds-Sensors oder größer.

Größere Sensoren bieten erweiterte bildgestalterische Möglichkeiten im Bereich der Schärfentiefe und eine bessere Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten, wodurch somit auch das Bildrauschen spürbar reduziert wird.

Vorteile:

  • Wechselobjektive
  • Vorschaufunktionen für eingestellte Bildeffekte
  • Sehr gute Videofunktionen
  • Guter Autofokus
  • Gute Bildqualität
  • Schwenkbare Displays
  • Bildserien möglich
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Kompakte Bauweise
  • Schneller Auslöser
  • Gute Ergonomie

Nachteile:

  • Oft ohne Sucher, nur elektronisches Display
  • Hoher Stromverbrauch
  • Weniger Auswahl an unterschiedlichen Objektiven
  • Objektivwechsel nur innerhalb des Systems möglich, oder mit Adapter

Ungefähre Preisklasse: 400 bis mehrere 1000 Euro (Spitzenmodelle)

Testberichte und Preise zu spiegellosen Systemkameras auf testberichte.de.

Spiegelreflexkamera (DSLR)

Kamerasysteme: Spiegelreflexkamera
Spiegelreflexkamera: Canon EOS 7D Mark II

Spiegelreflexkameras haben alle zwischen dem Sensor und dem Objektiv  einen klappbaren Spiegel.  Betätigt man den Auslöser, so klappt der Spiegel nach oben und der Verschluss öffnet sich – das Bild gelangt auf den Bildsensor, welcher die Daten aufzeichnet – das Foto entsteht.

Die „kleinsten“ Sensoren, welche in Spiegelreflexkameras verbaut werden, sind APS-C Sensoren. Und selbst diese Sensoren sind den meisten in Kompaktkameras verbauten Bildsensoren haushoch überlegen.

Vorteile:

  • Hohe Bildqualität
  • Hohe Auflösung, gute Details
  • Unendlich viele Einstellungsmöglichkeiten für jedes Arbeitsgebiet
  • Lange Akkulaufzeit
  • Schneller Autofokus
  • Schnelle Serienbildfunktion
  • Flexibilität
  • Nutzung zahlreicher Wechselobjektive, auch anderer Hersteller
  • Gute Ergonomie
  • Optischer Sucher
  • Schwenkbares Display

Nachteile:

  • Hohes Gewicht
  • Geringere Schärfentiefe

Ungefähre Preisklasse: 400 bis mehrere 1000 Euro (Spitzenmodelle)

Testberichte und Preise zu Spiegelreflexkameras auf testberichte.de.

Zusammenfassung

Grundsätzlich sollte jeder wissen, was er eigentlich fotografieren möchte. Für Leute, die lediglich Schnappschüsse im Urlaub oder von der Familie machen wollen, ist ein Smartphone oder eine Kompaktkamera völlig ausreichend. Wer ambitionierter ist und auch bereit ist, mehr Geld auszugeben, sollte sich noch näher mit den Möglichkeiten einer Bridgekamera befassen. Für Profis ist und bleibt eine Systemkamera die erste Wahl, weil sie immer noch die beste Qualität und die meisten Möglichkeiten in der Fotografie bietet. Ob spiegellos oder DSLR ist nur noch eine Glaubensfrage.

Im Allgemeinen ist die Bildqualität in etwa proportional zum Preis: Je teurer eine Kamera, desto besser die Bildqualität. Für die Qualität sind vor allem die Größe des Sensors und die Qualität der Objektive entscheidend.

Die entscheidende Frage ist: Was will ich fotografieren und welche Qualität will ich haben?

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