Fotografieren mit der Polaroid Impulse AF

Nachdem meine Experimente mit der Polaroid 250 Land Camera nicht von Erfolg gekrönt waren (die Kamera ist defekt), bin ich jetzt auf die 600er-Serie umgestiegen. Das hat vor allem den Vorteil, daß Filme in Farbe als auch in Schwarzweiß noch erhältlich und auch bedeutend günstiger sind.

Im Keller fand ich zu meiner Überraschung noch eine alte Polaroid Impulse AF. Ich besorgte mir Polaroid Originals “B&W 600” Film und legte gleich los.

Polaroid Impulse AF

Polaroid Impulse AF

Die Polaroid impulse AF (Baujahr 1986 – 1992)  ist mit dem Sonar Autofocus System versehen, das automatisch scharf stellt. Die Entfernung ermittelt sie, indem sie Schallwellen aussendet, die auf das Motiv treffen und zurück zur Kamera kommen. Der Autofokus ist für eine Entfernung von 0,6 Meter bis Unendlich ausgerichtet. Sie verfügt über einen eingebauten Blitz und Belichtungsmesser, die durch eine Batterie im Filmpack mit Strom versorgt werden. Die Belichtung stellt die Kamera automatisch ein. Diese kann durch einen Schieberegler leicht korrigiert werden (heller/dunkler). Die Impulse AF verfügt außerdem über ein Gewinde für ein Stativ sowie einen Timer.

Schwarzweiß-Fotos mit der Polaroid Impulse AF
Schwarzweiß-Fotos mit der Polaroid Impulse AF

Beim Arbeiten mit Polaroid-Kameras mache ich mir schon vor der Aufnahme viel Gedanken über das Motiv, denn was mit einer normalen Kamera gut aussieht, kommt als Polaroid recht langweilig daher. Es geht aber auch umgekehrt. Gerade weil man das Bild nicht vollständig kontrollieren kann und man so manche Überraschung erlebt, macht das Fotografieren mit Polaroids so viel Spaß. Trotzdem tut man gut daran, erst einmal einige Erfahrungen zu sammeln. Da die Polaroid Impulse, wie die meisten Kameras der 600er-Serie, wenig manuelle Einstellungsmöglichkeiten hat, ist es wichtig, sich Kenntnisse über Lichteinfluss und den Tonwertumpfang des Films anzueignen. Am besten macht man mehrere Testaufnahmen in unterschiedlichen Situationen.

Fototransfer mit Polaroids

Mich interessiert beim Arbeiten mit Polaroids vor allem auch die Nachbearbeitung. Da ich gerne Bilder auf anderes Material übertrage, habe ich das nun auch mit den 600er-Filmen probiert.

Polaroid Fototransfer
Polaroid Fototransfer – Die Emulsion im Wasser

Für einen Fototransfer auf Aquarellpapier wird zunächst der weiße Rahmen des Polaroids rundherum abgeschnitten. Dann entfernt man vorsichtig die transparente Plastikschicht von der Emulsion und legt das Bild in eine Schale mit warmen Wasser. In dem Wasser löst man dann mit Hilfe eines feinen Pinsels die Emuslion vollständig vom Hintergrund. Dann taucht man das Papier unter die Emulsion. Mit vorsichtigen Pinselbewegungen wird diese dann in Form gebracht. Dafür braucht man viel Gefühl und etwas Geduld. Anschließend hebt man das Papier mit dem Bild aus dem Wasser und kann nach Belieben noch die Ränder bearbeiten oder eine Struktur erstellen.

Fertiger Polaroid Fototransfer auf Papier
Fertiger Polaroid Fototransfer auf Papier

Videotutorial von Aleksandra Wolter:

Digitale Polaroids

Mir haben diese ersten Experimente mit der Polaroid Impulse AF sehr viel Spass gemacht. Im nächsten Schritt werde ich den Farbfilm testen und weiter am Fototransfer arbeiten. Das haptische Arbeiten ist eine willkommene Abwechslung und setzt wieder neue Ideen für künstlerische Arbeiten frei.

Aber es geht auch anders. Wer nur den Look eines Polaroids möchte und auf das wunderbare analoge Gefühl beim Fotografieren mit Polaroid-Kameras verzichten möchte, kann auch digital in Photoshop Polaroidfotos erstellen. Auch das hat seinen Reiz.

Digital erstellte Polaroids mit Photoshop
Digital erstellte Polaroids mit Photoshop

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