Fototransfer auf Aquarellpapier

Experimente mit Fototransfer

Weil ich nach einer Möglichkeit gesucht habe, meine Fotos auf anderes Material zu übertragen, habe ich mich in den letzten Tagen mehr mit dem Thema Fototransfer beschäftigt.

Was benötigt man dafür?

  • Einen seitenverkehrten Ausdruck des Fotos auf einem Laserdrucker – ich habe ganz normales Druckerpapier verwendet.
  • Foto Transfer Potsch (milchige, klebrige Flüssigkeit, die auch Transfermedium genannt wird).
  • Eine Unterlage, auf die das Bild übertragen werden soll. Ich habe sehr dickes Auarellpapier benutzt.

Risse im Bild und unschöne Papierreste

Fototransfer

 

Zunächst habe ich einfach mal einen Test gemacht und bin gleich kläglich gescheitert. Beim Abrubbeln des Papiers enstanden unschöne Risse im Bild. Bei manchen Motiven finde ich diesen Effekt sehr schön, aber bei dem Bild gefiel es mir gar nicht. Außerdem gelang es mir nicht, alle Papierreste zu entfernen. Ich habe noch einiges an Papier verschwendet, bis ich die richtige Technik gefunden habe und mit den Ergebnissen zufrieden war.

Und so geht´s:

  • Die Motivseite des Fotos großzügig mit Potch einpinseln, vor allem auch die Ränder!
  • Das Foto auf die Unterlage drücken und am besten mit einer Rolle glatt streichen, damit es nicht knittert. Die heraustretenden Potchflecken habe ich mit einem feuchten Schwamm entfernt.
  • Anschließend 24 Stunden trocken lassen.
  • Das Papier sehr nass (ich benutze dafür einen Schwamm) machen. Das Bild sollte sich so mit Wasser vollsaugen, dass man das Motiv darunter schon erkennen kann.
  • Mit den Fingern (keine anderen Hilfsmittel verwenden) vorsichtig, am besten von innen nach aussen, das Papier wegrubbeln. Immer wieder befeuchten und den Vorgang so lange wiederholen, bis das Bild freigelegt ist.
  • Hauchdünne Papierreste, die sich besonders in dunklen Bereichen des Fotos bemerkbar machen, noch einmal vorsichtig mit einem feuchten Finger wegrubbeln.

Auf diese Weise habe ich eine kleine Fotoserie gestaltet, die nun in meiner Küche hängt.

Fototransfer auf Aquarellpapier

 

Weiterbearbeitung nach dem Fototransfer

Meine Experimente gingen noch weiter. Ein Bild von einem Baumstamm, den ich im Rahmen meines Kunstprojektes MAGIC FOREST fotografiert habe, habe ich vor dem Transfer noch weiter bearbeitet.

Weitere Bearbeitung nach dem Fototransfer
Original – Kopie – Fototransfer auf Auarell mit Farbe bemalt.

Zunächst habe ich eine Kopie gemacht, so dass sehr harte Schwarzweiss-Kontraste entstanden. Dieses Motiv habe ich dann für den Fototransfer auf Aquarellpapier verwendet. Das Ergebnis gefiel mir sehr gut.

Die Rinde des Baumes, die in der Mitte aufgesplittert ist, war für mich dann das Motiv für den “Injured Tree”. Um die Verletzung des Baumes noch drastischer darzustellen, habe ich die hellen Spuren in der Mitte mit roter Aquarellfarbe bemalt und trockenen lassen.

Ein Kommentar

  1. Ich liebe das Experimentieren in der künstlerischen Arbeit, weil sich darin die Gelegenheit bietet, über herkömmliche Grenzen zu gehen. Das ist überaus spannend.
    Neo Rauch hat den Begriff des “Wiederholungsekels” geprägt. Für mich und auch für dich, Vera, ist dieses Gefühl ausschlaggebend für die Lust am Experiment.

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