Konzeptionelle Fotografie

Was bedeutet konzeptionelle Fotografie?

"Flying" - Polaroids
“Flying” – Polaroids

In den Anfängen verfolgte die Fotografie einen bestimmten Zweck. Dazu gehörte das Portrait, die Naturfotografie und der Bildjournalismus. Auch ich habe 25 Jahre lang einen Zweck verfolgt: die Dokumentation von realen Ereignissen. Das war keine konzeptionelle Fotografie.

Die konzeptionelle Fotografie ist künstlerische Fotografie. Das soll aber nicht heißen, daß ein einfaches Foto nicht auch Kunst sein kann.

Die Konzeptkunst ist in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden und hat sich seither immer weiter entwickelt. In der Konzeptkunst und in der konzeptionellen Fotografie hat die Ausführung des Kunstwerks eine untergeordnete Rolle. Hinter dem Kunstwerk steht immer eine komplexe Idee, ein durchdachtes Konzept. Es zählen nicht die technischen Fähigkeiten, sondern der Einfallsreichtum und die Originalität des Künstlers.

In der konzeptionellen Fotografie werden meist abstrakte Ideen visualisiert. Oft handelt es sich dabei um gesellschaftskritische oder politische Aussagen. Es können aber auch ganz einfach persönliche Beobachtungen und Erfahrungen des Fotografen sein.

Häufig wird mit Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen gearbeitet. Ziel ist die Einbeziehung des Betrachters. Das Foto soll eine starke Wirkung auf ihn ausüben.

Konzepte entwickeln

Fotosafari in der eigenen Wohnung: Abstraktion
Fotosafari in der eigenen Wohnung: Abstraktion

Die Basis für konzeptionelle Fotografie ist immer die längerfristige Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema, einem Motiv oder einer einer Ästhetik.

Am Anfang steht die Idee, das Thema. Dann fotografiert man. Sehr, sehr viel. Serien. Es ist völlig in Ordnung, zu Beginn des Projekts erst einmal eine Ansammlung von Bildern zu machen, denn dabei entstehen meist erst ganz konkrete Ideen für das eigentliche Konzept. Es ist wie das Anfertigen einer Skizze.

Wenn du eine genaue Vorstellung davon hast, wie es am Ende aussehen soll, was du eigentlich aussagen möchtest, werden deine Aufnahmen konkreter. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen. Nicht nur die Motive, sondern auch deine Bildsprache, das Format, die Technik und auch die Form der Nachbearbeitung entsprechen dann deiner Konzeptidee.

Präsentation

Serie "Augenblicke"
Serie “Augenblicke”

Ein Teil des Konzeptes ist auch die Präsentation. Schon im Vorfeld solltest du dir darüber Gedanken machen, wo und in welcher Form das Projekt präsentiert werden soll. Online-Präsentation oder Ausstellung, großes oder kleines Format, mit oder ohne Rahmen. Alle diese Aspekte sind wichtig. Wenn du zum Beispiel nicht hochauflösende Bilder hast, mag das für eine Online-Präsentation ausreichen, aber als großformatiges Bild in einer Ausstellung sind diese völlig unzureichend.

Tipps zum um Schluss

Halte dein Konzept auch schriftlich fest. Mache immer wieder Notizen. Frage dich immer wieder “Worum geht es?”. Habe keine Angst vor Veränderungen. Es ist völlig normal, dass sich im Laufe der Zeit vielleicht neue Aspekte ergeben und du das Konzept wieder anpassen musst. Und das wichtigste: habe Spass!

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