Sofortbildkamera – Experimente

Canon F1

Als ich meine Ausbildung als Fotografin gemacht habe, war alles noch analog und meine erste professionelle Kamera, eine Canon F1, hatte keinen Automatikmodus oder sonstige Einstellungsmöglichkeiten, wie sie heute bei praktisch allen Modellen üblich sind. Aber wozu auch – die braucht kein Mensch. Das einzige, was man einstellen konnte, war die Filmempfindlichkeit, Zeit und Blende. Autofokus gab es natürlich auch noch nicht und das Teil war unglaublich schwer. Es war nicht die Kamera, die gute Fotos machte, sondern der Fotograf (es gibt wirklich unglaublich viele Leute, die tatsächlich glauben, ihre Bilder würden besser werden, wenn sie eine teure Kamera benutzen).

Magische Augenblicke wie in der Dunkelkammer

Den Film und die Abzüge haben ich in der Dunkelkammer noch selbst entwickelt und immer wieder war es wie Magie. So auch bei den Polaroidkameras. Der Augenblick, wenn das Bild mit dem unverwechselbaren Geräusch aus der Kamera kam und sich langsam vor meinen Augen das Motiv zeigte war wie Zauberei! Der Überraschungseffekt und die unzähligen kreativen Möglichkeiten machten die Kameras zu einem Verkaufsschlager. In der digitalen Fotografie ist dieses Gefühl leider verlorenen gegangen. Aber Nostalgie ist ja wieder in und alles kommt wieder. So eben auch Sofortbildkameras.

Welche Sofortbildkamera ist geeignet?

Ich selbst möchte die Polaroids für einige künstlerische Arbeiten einsetzten. Deswegen sollte die Kamera einige Bedingungen erfüllen. So recherchiere ich nun schon seit Tagen, welches Modell geeignet sein könnte und war mit den vielen, aber durchaus interessanten Informationen irgendwann überfordert. Also probiere ich es am besten einfach aus. In den nächsten Wochen möchte ich möglichst viele Sofortbildkameras (alte und neue) testen, bevor ich mich endgültig für ein Modell entscheide.

Test #1: Fuji Instax Mini 9

Fuji Instax Mini 9

Eine Bekannte hat mir für ein paar Tage ihre neue Instax Mini 9 geliehen. Auf den ersten Blick sieht die Kamera etwas globig aus und auch das Design ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack. Zielgruppe ist hier wohl eher die junge Generation, die zwischen allerlei bunten Farben auswählen kann. Dennoch liegt die Kamera ganz gut in der Hand.

Testbilder mit der Sofortbildkamera Fuji Instax Mini 9
Testbilder mit der Fuji Instax Mini 9

Das Einlegen des Films ist sehr einfach und mit einem Tastendruck ist die Kamera startbereit. Am Objektiv befindet sich noch ein Ring, der unterschiedliche Beichtungen ermöglicht. Ein rotes LED-Lämpchen zeigt dabei eine Empfehlung an (sehr sonnig, sonnig, bewölkt, indoor) und es macht Sinn, dieser zu folgen. Immerhin liegt der Preis für ein Foto bei 80 Cent und so ist jedes unter- oder überbelichtete Foto rausgeschmissenes Geld. Der integrierte Blitz unterstützt die optimale Ausleuchtung des Motivs. Angepriesen wird die High-Key-Aufnahmefunktion, die ganz helle und weiche Hintergründe ermöglichen soll.

Die Kamera verfügt über eine Close-up-Aufstecklinse, die mit einer Naheinstellgrenze von 35 mm ausgestattet ist. Außerdem befindet sich am Objektiv ein kleiner Selfie-Spiegel, der die Anfertigung von Selbstportraits erleichtern soll. Das hat auch ganz gut funktioniert.

Der Auslöser unten rechts an der Kamera ist sehr leichtgängig. Heraus kommt ein sehr kleines Bild, nicht größer als eine Kreditkarte, im Format 62 x 46 mm (H x B). Die Qualität ist beeindruckend gut. Das Bild ist scharf und überzeugt mit satten Farben.

Am Bildzählwerk auf der Rückseite lässt sich ablesen, wieviele Bilder man noch machen kann, bevor man das Magazin wechselt.

Fazit: Auch wenn es Spass macht, mit der Instax Mini 9 zu fotografieren, fehlen mir doch so einiges Features. Es sind weder Langzeit- noch Doppelbelichtungen möglich und das Bild lässt sich auch nicht weiter verarbeiten, z.B. als Fototransfer. Mir persönlich gefällt das Hochformat nicht so gut und die Bilder sind mir definitiv zu klein.

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